XV – Fünfzehnter Kuss

2. Dezember 2014

Lieber Murphy ich weiß, Bus fahren ist nicht so deins.

Ich muss ja auch immer so ne frühe S-Bahn nehmen, dass du kaum Spielraum hast. Und in Berlin hab ich noch nicht mal nen Anschlusstermin 😉

Die Fahrt durch die Nacht verläuft ruhig, kann gut schlafen, da ich wieder 2 Plätze für mich habe.
In Leipzig kommt dann aber schon die Durchsage, dass wir nicht lange anhalten, nur schnell die 2 Gäste einchecken und dann weiterfahren, da wir schon Verspätung haben. Hab das eh nur im Halbschlaf gehört, stört mich aber auch nicht. Mein erster „Termin“ ist um 12:30 Uhr mit nem Freund zum Mittag essen.

Es ist schon seltsam, wieviel man mitbekommt, trotz dass man schläft.
Ich werde wach, da der Bus langsam über die Autobahn fährt und schon kommt die nächste Durchsage. Es hat angefangen zu regnen und da es unter Null Grad draußen ist kommt es zu Blitzeis und vereister Fahrbahn. Keine 5 Minuten später stehen wir komplett. Rien ne va plus!

Da ich ja jetzt eh schon wach bin – es ist kurz vor 7 – schau ich ein bisschen aus dem Fenster. Wir stehen im Irgendwo. Google sagt, wir sind kurz vor dem Rastplatz Hagen, Nähe Rabenstein, 78 km vom ZOB Berlin entfernt. Ist noch so dunkel draußen. Aber die rote und weiße Lichterkette ist gut zu erkennen, die sich durch die Landschaft schlängelt. Sie liegt ganz ruhig da, fast weihnachtlich.

Jetzt heißt es warten … und dösen … bleibt einem ja eh nichts anderes übrig … wenigstens ist es schön warm.

Zwei mal geht es ein mini Stückchen weiter. Nebenan steigen die LKW Fahrer aus. Nach so ner halben Stunde dringt von unten eine Diskussion von unten zu mir nach oben. Ein Fahrgast will wohl aussteigen, aber der Busfahrer darf ihn versicherungstechnisch nicht aussteigen lassen. Das will der aber nicht akzeptieren. Der Ball fliegt ein paar mal hin und her, dann ist es wieder ruhig. Dafür rufen schon die ersten Leute an, um ihr Zuspätkommen anzukündigen.
Eine weitere Durchsage informiert uns, dass wir mit ca. 1,5 Stunden Verspätung rechnen müssen. Das hieße wir wären um 9 am ZOB. Die ersten Terminabsagen werden durchgegeben.

Ich sehe, dass vor uns ein Transporter schief steht. Dachte vorhin, dass der Spur wechseln will, aber jetzt stehen zwei Männer um den Wagen. Es scheint, als wenn er gerutscht ist und nicht weiterfahren kann. Das mit dem Eis scheint echt eklig zu sein.
Die Polizei kommt vorbei gefahren.

Eine weitere halbe Stunde später sind seltsamer Weise alle PKW weg, die scheinen zwischen den LKW durchfahren zu können. In einiger Entfernung leuchtet das Blaulicht der Polizei.

Kurz nach 8 kommt der Winterdienst.

Auf der Gegenspur hat sich der Stau mittlerweile aufgelöst und wir stehen immer noch. *bäääh* Glatt ist es immer noch sehr. Ich tippe die Autos drüben fahren mit ner Geschwindigkeit von ungefähr 40 km/h.

Eine dreiviertel Stunde später – kurz vor 9 – geht es auch bei uns weiter. Ich tippe darauf, dass einige Autos und LKW liegen geblieben sind oder so gerutscht sind, dass sie Hilfe brauchten.
Der Winterdienst hat auch gute Dienste geleistet. Ab jetzt geht es ohne weitere Zwischenfälle weiter und wir können auch gut schnell fahren. Ich würde sagen normal Busreisegeschwindigkeit.
Der Vorteil ist, dass wir jetzt dem ganzen Berufsverkehr entkommen sind.

9:40 Uhr fahren wir am ZOB ein.

Und dann musstest du mich ja doch noch mal ein bisschen ärgern: Seit wann fährt die Ringbahn an einem Wochentag um 10 Uhr nur im 20-Minuten-Takt!!! Also 17 Minuten in frostiger Kälte warten …

Als ich zuhause ankomme bleibt mir gerade mal ne Stunde bevor ich wieder los muss. Also schnell unter die Dusche, aufwärmen und los geht’s.

Küsschen ❤

2 Kommentare zu “XV – Fünfzehnter Kuss”

  1. Du erlebst alles. Diese Szenen umwehen dich. Murphy`s Kisses haben es einfach in sich. Zunächst einmal, wie gut, dass es unfallfrei endete und nicht auch noch die Heizung im Bus ausfiel. Auch keinen verzerrten kubischen Sitznachbarn an deiner Seite – schon fast eine Erfolgsfahrt! 17 Minuten allerdings auf dem Ring bei frostiger Kälte wie der zweite Sieger bei einem Tanzmarathon herumhüpfen zu müssen, nun ja, ja, ja…..ich lache nur ganz leise, liebe Marieke. Ich hoffe, du musst nicht irgendwann die Türen der Busse und Bahnen in und um Berlin mit dem eigenen Schraubenzieher öffnen. Kicher. kicher…bis herzlich lachend.

    Mach ein Buch daraus. Bitte mach…

Schreib mir was :D

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