XXII – Zweiundzwanzigster Kuss

27. Juli 2015

Nein, ich hab dich nicht vermisst in letzter Zeit. (Mit gefallen unsere Sterneausflüge und Kirchengeschichten besser)
Und ja, du hast mich eiskalt erwischt.

3 Stunden von Tutzing nach München in die Schornstraße ist Rekord!!!

Eigentlich fing’s ja heute morgen schon damit an, dass mir mein Computer ein Dokument nicht drucken wollte, bzw das Programm permanent abgestürzt ist.

07:55 Uhr am Bahnhof in Tutzing und der Zug fährt (oh Wunder) pünktlich ein. Auch der 2. Teil koppelt rechtzeitig an, sodass um 08:00 Uhr einer pünktlichen Abfahrt eigentlich nix im Wege gestanden hätte. Trotzdem – nix. 8 min. später setzt sich der Zug in Bewegung. Kurz vorher kam ne Durchsage, dass sich die Abfahrt auf Grund einer Streckensperrung verzögert. Kurz nach Possenhofen dann die Hiobsbotschaft: Ich München brennt ein Zug, wir halten erstmal in Starnberg und sehen dann weiter. Und dann stehen wir da. Und stehen. Irgendwann mal ne Durchsage, dass wegen dem Brand die gesamte Stammstrecke von Pasing bis Hauptbahnhof gesperrt ist.

Sonst ist es dann so, dass einige Linien auf andere Gleise ausweichen und zumindest oben in den Hauptbahnhof einfahren, aber es scheint gar nichts zu gehen.

Mittlerweile ist auch die S-Bahn eingetroffen. Der Schaffner sagt, nachdem wir ca ne halbe Stunde schon stehen, durch, dass er Bestätigungen ausschreiben wird und dass aber die Leute zum Flughafen ein Taxi nehmen sollen, da auch die S1 stark betroffen ist und erst ab Moosach fährt.
Der Schaffner ist allerdings sehr nett und schreibt fleißig Bestätigungen. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass es auch anders geht. Sowohl Fahrgäste als auch Personal gehen anständig und respektvoll miteinander um keiner mault und schimpft.

Weiterhin keine Info darüber, wie und wann es weiter geht. Der S-Bahn Schaffner ist der Meinung, dass der Zug, wenn irgendwas passiert, zuerst ne Freigabe bekommen wird, zurückfahren nach Tutzing kann er auch nicht. Er meint wir sitzen in der Mausefalle.

Taxen dürften schon längst alle weg sein. Kurz nach 9 dann die Info, dass die S-Bahn bis Gauting fährt. Aber das macht ja auch keinen Sinn??? Der Zugschaffner ist der Meinung, dass sein Zug ganz ausfallen wird. Nächste Info aus der S-Bahn: Freigabe wurde erteilt und er fährt bis Pasing. Dann nichts wie rein in die S-Bahn, wenigsten geht es irgendwie vorwärts.

Im Studio hab ich schon längst Bescheid gesagt, dass ich mich verspäten werde.

Auf halber Strecke überholt uns der Zug. 😐 Mist! Aber egal! Dann am Westkreuz wieder Halt. Oh neiiiin! 10 Minuten. Ich hatte nach Bussen nach Pasing geschaut, mich aber dann doch dazu entschieden, jetzt auch noch zu warten. An PAsing fährt ja die 19er Tram parallel zur S-Bahn, dann nehm ich die.
Es hätte eine andere Alternative gegeben und ich wünschte ich hätte die gewählt. Ab Planegg mit Bus und U-Bahn. Muss ich mir für’s nächste Mal merken.

Und dann kommt etwas, was ich hätte wissen können:
Pasing ist völlig überlaufen.
5 S-Bahn-Linien und diverse Regionalzüge, die alle hier enden und Tausende von Pendlern ausspucken. Der gesamte Bahnhofsplatz ist überfüllt.
Hab ich schonmal erwähnt, dass ich mich mit so großen Massen nicht wohl fühle?

IMG_1575

Die 19er Tram fährt zwar, aber ich bin natürlich nicht die einzige, die mit will. Wenn ich mich jetzt hier anstelle, dann komme ich vielleicht mit der 6. oder 7. mit. Wenn ich vorher nicht zerquetscht werde.
Die nette Dame von der Ansage weist auf den 57er Bus hin, der Laimer Platz fährt. Von da aus geht eine U-Bahn.

Also rüber zur Bushaltestelle. Es kommt gerade ein 57er und alle stürmen hin. Allerdings finden ich und ein paar weitere Gäste, dass das die falsche Richtung ist. Ich gehe mal sicherheitshalber auf die andere Straßenseite und sehe, dass uns unser Gefühl nicht getäuscht hat. Der Bus fährt hier ab! Der nächste, der kommt, kann gar nicht bis an die Haltestelle fahren, weil alle auf der Straße stehen. Damit komme ich nicht rein, weil jetzt ca. 100 Leute vor mir stehen. Ich positioniere mich aber taktisch günstig für den nächsten.

Der kommt 5 Minuten später und ich habe eine Polposition. Die Tür ist direkt vor meiner Nase. Juchu! Dann drängeln und quetschen sich alle ins Innere des Busses, bis der übervoll ist. Der Busfahrer bittet einige Leute wieder auszusteigen, weil die Türen nicht zu gehen und er nicht losfahren kann. Aber irgendsoein I… scheint völlig stur zu sein. Auch als eine Mitarbeiterin es MVG kommt und auf ihn einredet rührt er sich nicht von der Stelle. Auch auf Bitten und Rufen der anderen Fahrgäste passiert nichts. Langsam kocht die Stimmung hoch, weil natürlich weiterhin nichts passiert und wir stehen.
Als ich anbiete auszusteigen, lachen wenigsten einige. Dann fährt ein nachfolgender 57er Bus an uns vorbei. Eine Lehrerin neben mir fordert (zu Recht), dass die anderen Fahrgäste ihn doch raus schubsen sollen. Und eine Steinigung wird ihm angedroht. Wie auch immer es möglich war, die Tür geht nach 10 Minuten zu und wir fahren los.

Blöderweise hält der Busfahrer dann an einer Station und besagte Tür öffnet sich. Also gleiches Spielchen wieder, weitere 5 Minuten stehen. Ein Fahrgast merkt zu Recht an, dass eine Art Hausrecht besteht und der Busfahrer ihn rauswerfen darf.
Die Tür geht irgendwie wieder zu und wir fahren ohne weiteren Zwischenhalt zum Laimer Platz. Keine Ahnung, was danach mit dem Typen passiert ist.

Ich hatte auf meiner App gesehen, dass wir die U-Bahn nur knapp erwischen werden und beeile mich. Ich kann gerade noch rein hüpfen und freue mich über etwas Platz. Allerdings haben wir trotzdem Verspätung. Damit verpasse ich meine Tram knapp.

Ein kleines bisschen ärgere ich mich, als ich sehe, dass die 19er Tram hier auch vorbei fährt. Aber da ich jetzt 9 Minuten bis zur nächsten Tram habe, die mich ins Studio fährt, hole ich mir einen Cappucchino und eine belegte Semmel und atme erstmal durch.

Anmerkung:
Der Tag ging irgendwie chaotisch weiter. Mehrfacher technischer Ausfall im Studio, ein vergessener Take, keine Kooperation zwischen zwei Studios.

Die Auswirkungen haben sich bis in den Abend gezogen.

Und dann bin ich in eine S-Bahn gestiegen, die Laut Anzeige und Ansage entfällt 😀

What a day!!! Erstmal Füße hoch legen 😉

4 Kommentare zu „XXII – Zweiundzwanzigster Kuss“

  1. Haaaa haaaaaaaaaaaaaaaa haaaaaaaaaa, Tausende von Pendlern werden ausgespuckt – ich liege hier gerade sehr lachend auf meinem Schreibtisch..Es wird ja immer besser in deinem Reise-Liebe- Leben. Jetzt brennen schon die Züge ab..immerhin haben sie dich nicht erneut abgekoppelt und dich einfach im Bahnhof stehen lassen…ahhh, ich lache , herrlich…..Mr.Murphy in Aktion. Abgedrängt von Menschenmassen, ich kann vor lauter Lachen kaum schreiben..Polposition, direkt an der Tür .hahahahha der Bus, der nie ankam, weil zu viele Menschen auf der Straße stehen – zarte Töne von dir dazu:Ich nehme den zweiten. Immerhin öffnen sich noch die Bustüren. Was? Lynchjustiz im überfüllten Bus. Man will einen Mitfahrenden aus dem Bus schubsen….brüll, lach…und du bietest dich statt seiner an? Ganz bezaubernd. Wie gut, dass dich eine APP dazu auffordert, dich zu beeilen, du liebe Appilogin. Knapp verfehlt, trotz App. Mit Semmel & Cappuchino diesen Tag ausklingen lassen – ja, unbedingt….what a day….Herzlich lachend und dankend….

      1. Oh du Liebe, schon wieder unterwegs…Also wirklich Mr. Murphy meint es sehr ernst mit dir..diese Art von Küssen….schön, dich hier zu treffen. Hoffe, es geht dir gut!!!! Ja, ich lachte und lache noch immer…du schreibst wunderbar. Polposition…an der Tür…ich hoffe, es ist gerade ein bequemer Sitzplatz. Danke, für deinen Buss-Kuss….fühle dich umarmt…m. Bonn grüsst Berlin.

Schreib mir was :D

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